Aus einer Idee wird ein Schulprojekt
Hollywin beginnt dort, wo klassische Halloween-Feste oft scheitern: in einem Raum mit begrenztem Platz, knappen Budget und vielen unterschiedlichen Altersstufen. Statt eine Party mit Nebelmaschine zu planen, gestalten Schulklassen Fenster. Jede Gruppe bekommt eine Scheibe oder eine Fensterfront, ein festes Zeitfenster und die Aufgabe, mit Papier, Stoffresten, Transparentfolie und Licht eine Szene zu bauen. Die Fenster bleiben eine Woche sichtbar, werden nummeriert und von einer Jury aus Lehrkräften, Schülervertretung und Hauswart bewertet.
Das Problem: Grusel braucht Regeln
Die erste Auflage zeigte den typischen Konflikt: Was für die einen stimmungsvoll ist, wirkt auf jüngere Schülerinnen und Schüler schnell bedrohlich. Hollywin löst das nicht durch Verbote, sondern durch eine einfache Materialregel: Kunstblut, scharfe Requisiten und Soundeffekte sind draußen, Licht, Schatten und überraschende Perspektiven sind erwünscht. Die Folge ist eine Gestaltung, die eher an illustrierte Fensterbilder erinnert als an einen Gruselkeller. Die Jury bewertet deshalb nicht nur das Motiv, sondern auch Lesbarkeit bei Tageslicht, Sicherheit im Schulhaus und die Frage, ob die Szene ohne Erklärung funktioniert.
Vom Wettbewerb zum Lernformat
Hollywin bleibt nicht beim Schmücken. Die Klassen dokumentieren ihre Idee auf einem Plakat, berechnen den Materialverbrauch und präsentieren ihr Fenster in einer kurzen Führung. Eine siebte Klasse nutzte alte Kartons für eine Silhouette, eine fünfte Klasse baute aus Transparentpapier eine Mondlandschaft, und eine Abschlussklasse organisierte die Nummerierung und den Juryplan. Der Wettbewerb wird so zum Projekt mit Rollen: Gestaltung, Technik, Kommunikation und Organisation. Das Ergebnis ist weniger ein dekorativer Wettstreit als eine Übung in Absprachen, weil jede Fensterfront nur dann wirkt, wenn alle Beteiligten dieselbe Geschichte erzählen.
Ein Blick auf die schulische Praxis
Wie Schulen solche Projekte nach außen kommunizieren, lässt sich an Beispielen wie der NMS Brüsslgasse nachvollziehen: https://nmsbruesslgasse.at/. Dort finden sich Hinweise zu Terminen, Projektformen und schulischen Abläufen, die Lehrkräfte für eigene Vorhaben adaptieren können. Für Hollywin ist dieser Schritt wichtig, weil er aus einer internen Fensteraktion ein nachvollziehbares Format macht: Eltern wissen, wann die Fenster sichtbar sind, Kolleginnen und Kollegen erkennen die Bewertungskriterien, und die Schülerinnen und Schüler sehen, dass ihre Arbeit dokumentiert wird.
Was am Ende sichtbar bleibt
Nach dem Abbau bleiben nicht die Fensterbilder, sondern die Erfahrung: Ein Team hat eine Idee unter Zeitdruck umgesetzt, Material wiederverwendet und Publikum erreicht. Hollywin funktioniert besonders dort, wo die Schule nicht nur prämiert, sondern den Prozess zeigt – mit Skizzen, Materiallisten und einer kurzen Reflexion. Die nächste Auflage kann dann gezielt an einer Schwachstelle ansetzen: mehr Licht, klarere Silhouetten oder eine bessere Wegeführung für die Besichtigung. Der Reiz liegt nicht im Grusel, sondern in der sichtbaren Gemeinschaftsleistung.